{"id":135,"date":"2017-12-17T22:37:06","date_gmt":"2017-12-17T22:37:06","guid":{"rendered":"http:\/\/silberpunze.1x.de\/wordpress\/?p=135"},"modified":"2020-05-25T17:54:17","modified_gmt":"2020-05-25T17:54:17","slug":"135","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/silberpunze.1x.de\/wordpress\/?p=135","title":{"rendered":"Goldschmiedemarken aus Brandenburg an der Havel"},"content":{"rendered":"<figure style=\"width: 183px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/eb\/Wappen_Brandenburg_an_der_Havel.png\/210px-Wappen_Brandenburg_an_der_Havel.png\" alt=\"\" width=\"183\" height=\"183\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Allianzwappen von Brandenburg Altstadt (l) und Neustadt (r) seit 1715<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die westlich von Berlin gelegene Stadt Brandenburg an der Havel besteht aus der Altstadt und der Neustadt, die nach der Vereinigung beider Stadtteile 1715 ein Allianzwappen f\u00fchren, das die beiden Stadtwappen nebeneinander zeigt (Abbildung 1). Das Stadtwappen der Neustadt besteht aus einem Stadttor mit f\u00fcnf T\u00fcrmen. Im Stadttor steht mit erhobenem Schwert und dem brandenburgischen Adler auf dem Schild, ein Roland, der die\u00a0st\u00e4dtische Eigenst\u00e4ndigkeit symbolisiert (Abbildung 2).<\/p>\n<p>Wolfgang Scheffler nennt in seinem Werk \u00fcber die Goldschmiede in Mittel- und Nordostdeutschland insgesamt 36 Goldschmiede.\u00a0 Es werden jedoch keine Beschauzeichen oder Meisterzeichen und auch keine Arbeiten f\u00fcr die Zeit vor dem 19. Jh. erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Es tauchte nun eine alte Schale im Handel auf, die wohl um 1740 gefertigt wurde und die offensichtlich* das Beschauzeichen (BZ) von Brandenburg (Neustadt) sowie das Meisterzeichen (MZ) [EFF] tr\u00e4gt (Abbildung 3).<\/p>\n<figure style=\"width: 274px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/silberpunze.freehost.ag\/wappen\/BrandenburgNeustadt.jpg\" alt=\"\" width=\"274\" height=\"192\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Stadtwappen Brandenburg Neustadt<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: left;\">Scheffler nennt in den in seinem Werk passend zum MZ [EFF] einen Meister Eckardt Friedrich Fleischer (vgl. [SCHEF MND] Nr. XI (Nachtr\u00e4ge)). Er war Goldschmied und zwischen beiden St\u00e4dten wohnend. Seine Frau wurde am 4.7.1760 und er selbst am 17.4.1763 begraben.<\/p>\n<figure style=\"width: 604px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/silberpunze.freehost.ag\/Objekt\/BrandenburgNeustadt_1740_EFF.jpg\" alt=\"\" width=\"604\" height=\"352\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: MZ: EFF = Eckardt Friedrich Fleischer und BZ: Brandenburg Neustadt um 1740<\/figcaption><\/figure>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Einige Tafell\u00f6ffel aus einer Privatsammlung, die zwischen 1760 und 1770 entstanden sein d\u00fcrften, tragen eine weitere Variation des Brandenburger BZ (Abbildung 4). Das MZ (.J.G.\/.St.) l\u00e4sst sich Johann George Stuhlmann zuordnen (vgl. [SCHEF MND] Nr.7), der von Zerbst geb\u00fcrtig am 4.3.1747 B\u00fcrger in der Neustadt wird. Er folgt der Hinweis, dass\u00a0\u00a0ihm das B\u00fcrgergeld<\/p>\n<figure style=\"width: 256px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"http:\/\/silberpunze.freehost.ag\/punzen\/B\/BrandenburgNeustadt_1760_Johann_George_Stuhlmann.jpg\" alt=\"\" width=\"256\" height=\"256\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Abbildung 4: BZ: Brandenburg (Neustadt) MZ: (.J.G.\/.St.) = Johann George Stuhlmann<\/figcaption><\/figure>\n<p>in H\u00f6he von 10 Thalern erlassen worden ist, da die ans\u00e4ssigen 3 Goldschmiede nur wenig oder nichts arbeiten. Er wird au\u00dferdem als Landmeister des Berliner Amts (\u00a0[SCHEF Ber] Nr.1163) gef\u00fchrt. Er starb vor dem 23.2.1773 in Brandenburg.<\/p>\n<p>Ein weites Objekt mit dem BZ von Brandenburg Neustadt ist ein Tafell\u00f6ffel, der wohl um 1780-90 gefertigt wurde und das MZ (AL\/ST) tr\u00e4gt (Abbildung 5).<\/p>\n<figure style=\"width: 612px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/silberpunze.freehost.ag\/Objekt\/Loeffel_Graetz_1790_ALST.jpg\" alt=\"\" width=\"612\" height=\"474\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Abbildung 5: L\u00f6ffel mit BZ Brandenburg (Neustadt) und MZ AL\/ST des Carl August Ludewig Stuhlmann<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dieses Meisterzeichen passt zu\u00a0Carl August Ludewig Stuhlmann (vgl. [SCHEF M+ND] Nr.12), der\u00a01776 heiratet und\u00a0\u00a0am 23.10.1792\u00a0als 38j\u00e4hriger B\u00fcrger, Gold- und Silberarbeiter stirbt (-&gt; geb. ca.\u00a01754). Es war vermutlich ein Sohn des GS\u00a0Johann George Stuhlmann.<\/p>\n<figure style=\"width: 380px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"http:\/\/silberpunze.freehost.ag\/punzen\/B\/Brandenburg_1810_Christoph_Friedrich_Wiggert.jpg\" alt=\"\" width=\"380\" height=\"380\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Abbildung 6: MZ des Christoph Friedrich Wiggert<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein weiterer Meister in Brandenburg war\u00a0Christoph Friedrich Wiggert (vgl.[SCHEF M+ND] Nr.9). Ein L\u00f6ffel mit seinem Meisterzeichen tr\u00e4gt die Repunzierungsmarke der Zeit von 1809-12 und das L\u00f6tigkeitszeichen 12 (Abbildung 6).\u00a0\u00a0Er heiratet als Goldschmied 1758. Sein Sohn Christoph Gottlieb lernt 1783-87 in Berlin bei Friedrich Jacob Stoltze.<\/p>\n<figure style=\"width: 373px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"http:\/\/silberpunze.freehost.ag\/punzen\/B\/Brandenburg_1840_Carl_Wutzkofsky_.jpg\" alt=\"\" width=\"373\" height=\"373\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Abbildung 7: MZ des Carl Wutzkofsky<\/figcaption><\/figure>\n<figure style=\"width: 371px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"http:\/\/silberpunze.freehost.ag\/punzen\/B\/Brandenburg_1830_W_Berning(unsicher).jpg\" alt=\"\" width=\"371\" height=\"371\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Abbildung 8: vermutlich das MZ des W. Berning<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch aus dem 19. Jh. sind Arbeiten mit Brandenburger Beschauzeichen bekannt. Das Meisterzeichen [CW] geh\u00f6rt wohl zu\u00a0Carl Wutzkofsky (Abbildung 7) und ein weiteres mit Meisterzeichen WB vermutlich zu\u00a0\u00a0W Berning (Abbildung 8). Beide Marken befinden Sich auf Essl\u00f6ffeln der Zeit um 1830-40.<\/p>\n<figure style=\"width: 363px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"http:\/\/silberpunze.freehost.ag\/punzen\/B\/Brandenburg_1845d_F_Ianicke.jpg\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"363\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">BZ: Brandenburg, MZ: F IANICKE<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein weiterer L\u00f6ffel mit einer Inschrift von 1845 besitzt ebenfalls das Beschauzeichen von Brandenburg. Das Meisterzeichen F IANICKE konnte noch nicht zugeordnet werden.<\/p>\n<p>Zu kl\u00e4ren ist noch, ob es auch f\u00fcr die Altstadt von Brandenburg ein eigenes Beschauzeichen gegeben hatte oder ob Goldschmiede der Altstadt der Neust\u00e4dter Beschau unterstanden.<\/p>\n<p>Weitere Hinweise werden gern entgegengenommen.<\/p>\n<p>*der Hinweis f\u00fcr die Zuordnung nach Brandenburg kam von L.Ilisch. Zuvor hatte der Autor dieses Artikels dieses BZ versuchsweise der Stadt Gr\u00e4tz zugeordnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die westlich von Berlin gelegene Stadt Brandenburg an der Havel besteht aus der Altstadt und der Neustadt, die nach der Vereinigung beider Stadtteile 1715 ein Allianzwappen f\u00fchren, das die beiden Stadtwappen nebeneinander zeigt (Abbildung 1). Das Stadtwappen der Neustadt besteht aus einem Stadttor mit f\u00fcnf T\u00fcrmen. 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