{"id":744,"date":"2023-09-22T22:48:45","date_gmt":"2023-09-22T22:48:45","guid":{"rendered":"https:\/\/silberpunze.1x.de\/wordpress\/?p=744"},"modified":"2024-12-21T11:45:27","modified_gmt":"2024-12-21T11:45:27","slug":"schwabach-bei-nuernberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/silberpunze.1x.de\/wordpress\/?p=744","title":{"rendered":"Schwabach bei N\u00fcrnberg"},"content":{"rendered":"\n<p>Schwabach ist eine Stadt in Mittelfranken in Bayern, die vor allem f\u00fcr ihre lange Tradition des Goldschlagens bekannt ist. Seit \u00fcber 500 Jahren wird hier Blattgold hergestellt, das f\u00fcr die Vergoldung von Kunstwerken, Geb\u00e4uden und Alltagsgegenst\u00e4nden verwendet wird. Doch nicht nur das Goldschlagen, sondern auch die Goldschmiedekunst erlebte hier vor allem vor dem 30j\u00e4hrigen Krieg eine Bl\u00fcte und so gab es immer wieder Konflikte mit der N\u00fcrnberger Zunft [KRAUSS] 304ff.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/silberpunze.freehost.ag\/wappen\/Schwabach.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">links: altes Stadtwappen, mitte: aktuelles Stadtwappen, rechts: Lage von Schwabach<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Um etwas \u00fcber die Goldschmiede in Schwabach zu erfahren, hilft weder ein Blick in das vierb\u00e4ndige Werk von Mark Rosenberg, noch in eines der B\u00fccher von Wolfgang Scheffler, da Mittelfranken von Scheffler nicht bearbeitet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Immerhin gibt es einen kurzen Beitrag in &#8222;Die sch\u00f6ne Schwabacher Heimat&#8220; von Heinrich Krau\u00df mit dem Titel: Handwerkswahrzeichen und Berufswappen nebst gewerbegeschichtlichen Bildern aus Schwabach und Umgebung &#8211; Kap: &#8222;Die Goldschmiedekunst in Schwabach&#8220; [KRAUSS], 1953, S. 304 ff, der jedoch keine Marken abbildet.<\/p>\n\n\n\n<p>Um etwas \u00fcber die Einwohner von Schwabach zu erfahren gibt es eine weitere Literaturquelle von Karl Dehm (Bearb.) und Gottlob Heckel (Bearb.), &#8222;H\u00e4usergeschichte der Altstadt Schwabach mit einem Verzeichnis der Hausbesitzer.&#8220; [DEHM] Schwabach, 1970. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Weitere Angaben zum B\u00fcrgerrecht oder Steuerakten findet man im Archiv und teilweise online in der Datensammlung von familysearch.org.<\/p>\n\n\n\n<p>In der nun vorliegenden Arbeit werden einige Marken vorgestellt, die inzwischen einigen Meistern in Schwabach zugeschrieben werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein 1724 datierter Rattenschwanzl\u00f6ffle tr\u00e4gt als BZ zwei gekreuzte Biersch\u00f6pfen, die eine gewisse \u00c4hnlichkeit zu Hammer und Schlegel einer Bergbaustadt haben und zusammen mit dem S an das Beschauzeichen der Stadt Schemnitz erinnern. Das Meisterzeichen (L.S\/*) konnte mit Hilfe des Stadtarchivars in Schwabach ermittelt werden und dem Silberarbeiter Leonhard Sch\u00fcring zugeschrieben werden, der in den B\u00fcrgermeisterrechnungen 1719\/20 eingetragen ist und als B\u00fcrger in Schwabach aufgenommen wurde. In dem Buch \u00fcber die <em>H\u00e4usergeschichte&nbsp;<\/em>[DEHM] S.492 <em>wird er als Goldschmid bezeichnet, der das Haus Schulgasse 13 von den Drahtzieher Antonius Sch\u00fcring \u00fcbernommen und bis 1737 besessen hat.&nbsp;<\/em>In den Steuerakten von 1737-41 wird L. Sch\u00fcring nicht mehr aufgef\u00fchrt. Daf\u00fcr wird in dem Buch der Hausbesitzer 1737 der Schlosser Johann He\u00df als Leonhard Sch\u00fcrings, Silberarbeiters Erben genannt. Offensichtlich lebte er zu dieser Zeit nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"501\" height=\"250\" src=\"https:\/\/silberpunze.1x.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/schwbach.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-747\" style=\"width:629px;height:314px\" srcset=\"https:\/\/silberpunze.1x.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/schwbach.jpg 501w, https:\/\/silberpunze.1x.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/schwbach-300x150.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 501px) 85vw, 501px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">links: MZ: (LS) =Leonhard Sch\u00fcring 1724, rechts: MZ (IDH) = Johann Daniel Hippmayer 1742<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine weitere Arbeit aus Schwabach ist ein 1742 datiertes Objekt, das als Beschau einen Adler mit der Feingehaltszahl 13 zeigt. Offensichtlich fand inzwischen ein Beschauzeichenwechsel statt, sofern nicht jeder Meister seine eigene Stadtmarke genutzt hatte. Das Meisterzeichen ist (I.D\/H) im Herzen. Dieses Meisterzeichen l\u00e4sst sich mit Hilfe der Steuerakten 1738-1759 dem Meister Johann Daniel Hippmayer (Hiebmeyer) zuschreiben. Darin ist zuletzt 1759 zu lesen: <\/p>\n\n\n\n<p><em>Ist gestorben und von die stockblinde Wittib die Profession nicht mehr treiben. abgang.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Goldschmied begegnet einem ebenfalls in der Steuerakte ab 1739. Andreas K\u00e4ster (K\u00f6ster) zahlt noch f\u00fcr 1767\/8 seine Steuern, ab 1768-1777 wird die Steuer von der Witwe entrichtet, die das Gesch\u00e4ft ihres Mannes wohl fortgef\u00fchrt hat, vielleicht mit der Hilfe des gleichnamigen Sohnes Andreas K\u00f6ster (jun), der bereits ab 1761 als Goldschmied seine Steuern zahlt. Ein Kaffeel\u00f6ffel um 1770 in der nachfolgenden Abbildung, tr\u00e4gt wohl zwei Meisterzeichen und zwei Beschauzeichen, wahrscheinlich eines vom Vater an der Laffe und am Griff vom Sohn.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/silberpunze.freehost.ag\/Objekt\/Loeffel_1790_AK.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kaffeel\u00f6ffel um 1770<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"483\" height=\"140\" src=\"https:\/\/silberpunze.1x.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/schwabach_II.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-748\" style=\"width:630px;height:183px\" srcset=\"https:\/\/silberpunze.1x.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/schwabach_II.jpg 483w, https:\/\/silberpunze.1x.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/schwabach_II-300x87.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 483px) 85vw, 483px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">links: MZ (K) wohl Andreas K\u00f6ster (sen), rechts: MZ: [AK] wohl Andreas K\u00f6ster (jun)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Andreas K\u00f6ster (jun) hatte mehrere Kinder, von denen drei S\u00f6hne ebenfalls das Goldschmiedehandwerk erlernt hatten. <\/p>\n\n\n\n<p>Johann Bernhard K\u00f6ster, wird als Goldschmidt am 1. Juni 1803 B\u00fcrger in Schwabach. Er nutze das Meisterzeichen [IB\/K]. Als Johann Jacob K\u00f6ster als Goldarbeiter am 27. Dezember 1804 das B\u00fcrgerrecht erh\u00e4lt, lebt der Andreas K\u00f6ster (jun) offensichtlich nicht mehr. Johann Andreas K\u00f6ster erh\u00e4lt als Goldschmied am 30. September 1805 das B\u00fcrgerrecht und nutze ein \u00e4hnliches Meisterzeichen, wie der Vater, n\u00e4mlich [AK].<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"506\" height=\"226\" src=\"https:\/\/silberpunze.1x.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/schwabach_III.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-749\" style=\"width:632px;height:282px\" srcset=\"https:\/\/silberpunze.1x.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/schwabach_III.jpg 506w, https:\/\/silberpunze.1x.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/schwabach_III-300x134.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 506px) 85vw, 506px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">links: MZ [IB\/K] = Johann Bernhard K\u00f6ster, rechts: MZ: [AK] = Johann Andreas K\u00f6ster<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Obwohl die Zahl der Goldschmiede im 17. Jh. und besonders vor dem 3oj\u00e4hrigen Krieg bedeutend gr\u00f6\u00dfer gewesen sein d\u00fcrfte (1615 bittet sie Stadt Schwabach um die Goldschmiedeordnung in Dresden, weil das Goldschmiedehandwerk lebhafter geworden ist. vgl. R\u00b3 #4512), sind bisher kaum Werke dieser Zeit bekannt. Ein Werk k\u00f6nnte ein Elfenbeinbecher mit Silbermontierung gewesen sein. Es tr\u00e4gt als Beschauzeichen die gekreuzten Biersch\u00f6pfen und als Meisterzeichen HC ligiert. Das Meisterzeichen konnte noch nicht zugeschrieben werden. Der Becher befindet sich in der Datenbank des Museums in Kassel unter der <a href=\"https:\/\/www.datenbank.museum-kassel.de\/24117\/T57385\/0\/0\/t240\/0\/0\/objekt.html\">Inventar Nr.: KP B II.66<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwabach ist eine Stadt in Mittelfranken in Bayern, die vor allem f\u00fcr ihre lange Tradition des Goldschlagens bekannt ist. 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