Drachen“töter“ – ein Rätsel um ein Beschauzeichen

In jüngster Zeit sind mir zwei Löffel begegnet, deren Beschauzeichen viele Gemeinsamkeiten haben, so dass ich davon ausgehe, dass beide Löffel aus der selben Stadt kommen könnten.

Die beiden Löffel haben als Beschauzeichen einen Drachen, darauf stehend eine Person.

MZ: CF/S noch nicht bekannt

Der eine Löffel ist 1823 datiert und hat das Meisterzeichen (CF/S), der andere hat eine Form um die Laffe herum, die etwas an alte Löffel aus Franken aus der Zeit um 1770 erinnert. Das Meisterzeichen ist undeutlich, wohl aber (I ? / K).

Wappen der Stadt Jena
Jena
Wappen der Stadt Kahla
Kahla

Eine Überprüfung der Stadtwappen in Thüringen führt zu den Städten Kahla, mit der heiligen Margarete über einem Drachen und Jena, wo das Wappen neben den Weintrauben auch den Erzengel Michael zeigt, der über einem Drachen steht. „Drachen“töter“ – ein Rätsel um ein Beschauzeichen“ weiterlesen

Calw in Baden-Württemberg

Die Stadt Calw im Regierungsbezirk Karlsruhe zählt heute ca. 22500 Einwohner. Die Bevölkerungsentwicklung wird in der folgenden Tabelle dargestellt.

Jahr  Einwohner
1525 ca. 1.500
1622 2.545
1702 1.896
1803 3.199
1849 4.529

In den vergangenen Jahren sind im Handel Löffel mit einem Beschauzeichen aufgetaucht, welches einen schreitenden Löwen auf drei Hügeln zeigt. Das Stadtwappen von Calw, das auf das Familienwappen der Grafen von Calw zurückgeht, zeigt ebenfalls einen stehenden Löwen auf drei Hügeln.

Durch Auswertung der Kirchenbücher im Kirchenbuchportal Archion gelang nun eine Zuordnung der Meisterzeichen [JM] und [IF].
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Willkommen auf der neuen Plattform

Diese Seite ist der Versuch, den interessierten Leser über neue Forschungsergebnisse im Bereich der alten Gold- und Silberschmiede und ihrer Marken zu informieren. Inspiriert durch die so wertvollen Artikel von Werner Schmidt, welche um die Jahrtausendwende in der Weltkunst in über 60 Teilen erschienen und nach 2004 leider nicht weiter fortgesetzt worden sind.

Durch das Kirchenbuchportals www.archion.de, konnten inzwischen viele neue Goldschmiedenamen und Daten in mittleren und kleineren Städten gefunden werden, die in der Literatur noch nicht genannt worden sind. Die Auswertung dieser „neuen“ alten Quellen erlaubt einen tieferen Einblick in die originalen Schriften und somit auch die Möglichkeit, Einträge zu entdecken, die anderen Autoren (noch) nicht bekannt waren. Die Ergebnissen dieser Untersuchungen sollen hier nun vorgestellt werden.

Diese Seite soll auch dazu dienen, dass andere Forscher hier ihre Artikel veröffentlichen können. Es besteht hier ebenfalls die Möglichkeit, Bilder und Verlinkungen einfließen zu lassen.

Den Beginn macht ein Tafellöffel aus Schwäbisch Hall.

MZ des Johann Nicolaus Wenger um 1820

Die folgende Marke stammt von einem Löffel aus der Zeit um 1820. Das Meisterzeichen JW läßt sich keinem bekannten Goldschmied zuordnen. Jedoch findet man im Häuserverzeichnis  einen Hinweis, dass Am Spitalbach 9 der Bijoutier Johann Nicolas Wenger um 1827 1/3 des Hauses besaß und darin gelebt hat. Zuvor wurde dieses Haus im 18. Jh. bereits von dem Goldarbeiter Georg Christoph Pabst und dessen Sohn dem Goldarbeiter  Johann Christoph Pabst bewohnt, welcher das Haus 1788 erwarb. Es mag ungewöhnlich sein, dass ein Bijoutier ein eigenes Meisterzeichen besessen hatte, jedoch findet man häufig Goldschmiede, die gleichzeitig auch Bijoutiere waren und nicht immer wurden bei den Eintragungen die vollen Berufsbezeichnungen angegeben. Grund genug, auch Bijoutiere, Gold- und Silberwarenhändler oder Gürtler bei den Untersuchungen mit zu erfassen.